Norwegens Wikingerzug PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Klåstad - Schiff

Eine Kopie des Klåstad - Schiffes könnte eine Wikinger - Zeitreise entlang der norwegischen Küste und weiter über England, Kanada, die USA bis nach Russland eröffnen.

 


Der Klåstad – Schiffsfund aus dem 10. Jahrhundert wird neben den Schiffen von Oseberg, Gokstad und Tune als viertwichtigster Wikingerschiffsfund Norwegens betrachtet. Es stammt nicht aus einer Begräbnisstätte und unterscheidet sich damit deutlich von den anderen dreien. 1893 wurde es im inneren Viksfjord bei Larvik gefunden, ganz in der Nähe der alten Wikingerstadt Kaupang. Allerdings begann man erst 1969 mit den Ausgrabung der Wrackreste. Man nimmt an, dass das Schiff vor Vikskilen sank. Dass das Wrack auf dem Land gefunden wurde, liegt an der Hebung der Landmasse um 2 Meter seit der Wikingerzeit. Das Schiff hatte eine ähnliche Größe, wie das Gokstad-Schiff und ging mitsamt seiner Ladung aus Bernsteinbruchstücken verloren. Heute ist es im Vestfold Fylkesmuseum in Tønsberg ausgestellt.

Klåstad – Schiff (Modell)

Der Plan des Ideengebers Torgeir Sæverud Higraff ist, ein großes seegängiges Wikingerschiff zu bauen, das länger und breiter ist, als das Klåstad - Schiff, aber dieses zum Vorbild hat. Ein solches Schiff könnte mit einer Besatzung aus professionellen Rahseglern und zahlenden Passagieren auf den Spuren des wikingischen Seehändlers OTTAR segeln.

Ottars Reise

Ottar (norwegisch Ottar fra Hålogaland) war ein Kaufmann aus Hålogaland. Im Jahr 890 traf er auf einer seiner Reisen auf König Alfred den Großen von Wessex. Dieser ließ zu diesem Zeitpunkt die Historiae adversum Paganos des Orosius ins Altenglische übersetzen. Die Berichte Ottars fanden Eingang in die Übersetzung. Nach seiner Beschreibung ist Norðmannana land ein langes schmales Gebiet am Meer. Alle besiedelten Landteile lägen an der Küste. Am südlichen Ende Norwegens beschrieb er eine Handelsstadt, hier als Sciringesheal bezeichnet. Ottar brauchte einen Monat, um dorthin zu kommen, wenn der Wind gut war und er nicht bei Nacht segelte. Dabei hatte er immer den Norðvegen an Backbord. Ottars Beschreibung ist die erste bekannte schriftliche Quelle, in der der Begriff „Norwegen“ (Norðweg) erwähnt wird.

Die Idee wendet sich vor allem an ein internationales Pubkikum. Mit dem Angebot von Kursen, Erlebnissfahrten, Reisen und Expeditionen soll die Wikingerzeit erlebbar gemacht werden. Darüber hinaus sollen Berichte aus Norwegen über die Welt der Wikinger und den Schiffbau dieser Zeit in den internationalen Medien mehr Aufmerksamkeit erlangen.

Es wird höchste Zeit, meint Sæverud Higraff, dass das Erbe der Bootsbauer, Handelsreisenden und Entdecker aus der Wikingerzeit in der Öffentlichkeit sichtbar wird. Die dänischen Behörden haben es verstanden, sehr schnell die internationale Aufmerksamkeit auf diesen Teil ihrer Geschichte zu ziehen. Das hätten die Behörden in Norwegen längst tun sollen. Ottar ist da einer der besten Bootschafter.

In diesem Projekt findet die gesamte Wikingerszene einen gemeinsamen Nenner. Es gab bereits Verhandlungen mit Vertretern der Stiftelsen Nytt Osebergskip, bestätigte der momentane Leiter der Organisation Geir Røvik. Nach der Fertigstellung der Oseberg-Kopie arbeitet die Stiftung an der Planung einer Kopie des Klåstad-Schiffes. Die Regionalpolitiker von Vestfold haben dazu bereits 3 Millionen Kronen bewilligt. Damit haben die Planungen auch einen finanziellen Rahmen. Nach Meinung von Røvik ist ein Budget von 10 Millionen Kronen notwendig. 3 Millionen seien aber ein guter Anfang.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 06. März 2013 um 20:29 Uhr